VPRT erwartet "negative Folgen" für Produktionsstandort

Erwartungsgemäß hat der Verband Privater Rundfunk und Telemedien (VPRT) die geplante Reform des Urhebervertragsrechts kritisiert. Der Unternehmerverband erwartet „negative Folgen“ für die deutsche Produktionslandschaft.
Am 5. Oktober hatte das Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz seinen Referentenentwurf für die Reform des Urhebervertragsrechts an die interessierten Verbände und Institutionen versandt (siehe News vom 5. Oktober 2015). Der Referentenentwurf berücksichtige nicht die wirtschaftlichen Zusammenhänge und die komplexen Strukturen bei der Verwertung von Werken und könne daher auch das angestrebte Ziel einer Stärkung der Kultur- und Kreativwirtschaft nicht erreichen, kritisiert der VPRT in einer Pressemitteilung. Er „schadet dem Gesamtziel der Stärkung der Kreativwirtschaft enorm“, erklärte dessen Vorstandsvorsitzender Tobias Schmid.
Aus Sicht der Sendeunternehmen sei insbesondere der mit dem beabsichtigten Auskunfts- und Rechenschaftsanspruch verbundene Verwaltungsaufwand unverhältnismäßig und unmöglich zu leisten, da gerade bei Film- und TV-Produktionen eine immense Anzahl von Urhebern und ausübenden Künstlern betroffen sind. Soweit der Entwurf sich gegen Pauschalvergütungen wende, verkenne er, dass hierfür im Produktionsbereich auf beiden Seiten – bei Urhebern wie Werkmittlern – ein praktisches Bedürfnis bestehe. Mit ähnlichen Argumenten hatten kürzlich die Verbände der Zeitungs- und Zeitschriftenverleger vor einer Reform des Urhebervertragsrechts gewarnt (siehe News vom 8. Oktober 2015).