Zypries stellt richtige Geldverteilung der VG in Frage

Bundesjustizministerin Zypries gab in einem Gespräch mit der "Süddeutschen Zeitung" den klugen Rat, die Verwertungsgesellschaften sollten sich fragen, ob das Geld, das hereinkommt, richtig verteilt werde und ob nicht die Verwaltungs- und Inkassokosten viel zu hoch lägen. Frau Zypries sollte besser sich selbst fragen, ob sie sich so sachkundig gemacht hat, dass es für gute Ratschläge reicht. Die Verwaltungskosten aller Verwertungsgesellschaften, die in Deutschland die Rechte von Urhebern und ausübenden Künstlerinnen wahrnehmen, liegen unter zehn Prozent. Die der VG Wort z.B. betrugen 2005 exakt sieben Prozent der Inlandserlöse (Geschäftsbericht 2005). Das ist ein guter Wert, mit dem Verwaltungsrat, Versammlung der Wahrnehmungsberechtigten und Mitgliederversammlung der VG Wort am 19./20. Mai sehr zufrieden waren. Und die haben zu entscheiden, nicht die Ministerin! Wenn Frau Zypries allerdings kluge Ratschläge erteilen will, was die Kosten betrifft, dann sollte sie zuerst ihren Gesetzentwurf revidieren (siehe nachstehende Pressemitteilung). Der zwingt nämlich den Verwertungsgesellschaften erhebliche Kosten durch Studien für Marktforschung auf - und zwar unnötige Kosten, wie auch die Gerätehersteller inzwischen erkannt haben. Ein gemeinsamer Vorschlag der Verwertungsgesellschaften und der Industrieverbände, der Kosten durch überflüssige Gutachten vermieden hätte, wollte die Ministerin nicht umsetzen. Da kommt es nicht gut an, wenn sie immer noch die Kosten treiben und gleichzeitig als Sparkommissarin auftreten will.

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