Die IU fordert anlässlich des Welttags des Buches und des Urheberrechts einen stärkeren Einsatz für die Kultur-, Kreativ- und Medienbranche Europas!
Die Initiative Urheberrecht, die die Interessen von rund 140.000 Urheber:innen und ausübenden Künstler:innen vertritt, fordert anlässlich des Welttags des Buches und des Urheberrechts am 23. April 2026 einen verstärkten Einsatz für die drittstärkste Wirtschaftskraft Europas: die Kultur-, Kreativ-und Medienbranche, die darüber hinaus Garant für Demokratie und kulturelle Vielfalt ist. Insbesondere die Regulierung der Generativen KI muss europazentriert erfolgen, so der Dachverband.
Berlin, 22. April 2026. „Wäre die Digitalwirtschaft ein eigenes Land, sie wäre nach den USA und China die drittgrößte Volkswirtschaft der Welt, noch vor Deutschland“ konnten wir in Das Parlament in der vergangenen Woche lesen und weiter wird betont: „Die zehn größten Digitalkonzerne geben (mit) insgesamt 48 Mio. Euro mehr für Lobbyarbeit aus, als die zehn größten Konzerne der Pharma-, Finanz- oder Automobilindustrie mit 42,75 Mio. Euro zusammen.“
Der Einfluss der Big Tech nimmt ständig zu, die EU-Lobbyausgaben für die Digitalpolitik wurden auf ein Rekordniveau gesteigert: „Die Digitalindustrie gibt inzwischen jährlich 151 Millionen Euro für Lobbyarbeit in der EU aus – ein Anstieg um 33,6 % seit 2023 und um 55,6 % seit 2021. Das ist der höchste jemals verzeichnete Lobbyetat des Technologiesektors in Brüssel“ ermittelte LobbyControl Ende letzten Jahres. Globale Entwicklungen führen zu einer „gefährlichen Mischung“, die die „jahrelangen Fortschritte bei der Regulierung des Internets und der Eindämmung der Monopolmacht von Big Tech“ bedroht, führt der Verein aus und meint sogar, dass für „die großen Tech-Konzerne wie Google, Meta, Amazon & Co … dies die politische Gelegenheit (ist), auf die sie seit Jahren hinarbeiten.“
In der Kritik steht neben der Steuermoral der Big Tech-Konzerne ihr frontaler Angriff auf das europäische Datenschutzniveau sowie der unlizenzierte und unvergütete Abgriff der Werke und Leistungen der Urheber:innen und ausübenden Künstler:innen, welche die wirtschaftliche Basis der gesamten Kultur-, Kreativ- und Medienwirtschaft bilden: ein ungeheures Risiko für die europäische Volkswirtschaft. Zugleich drohen ganze Berufsgruppen durch den Einsatz von KI-Systemen substituiert zu werden. Katharina Uppenbrink, Geschäftsführerin der IU, erinnert: „Die Europäische Kommission hat mit dem sog. Voss-Initiativbericht den Auftrag der Parlamentarier:innen erhalten, bei der Regulierung von Generativer Künstlicher Intelligenz unseren Branchen verstärkt die nötige Aufmerksamkeit zu widmen, u.a. müssen endlich Lizenzmärkte geschaffen werden.“
Der Sprecher der Initiative Urheberrecht, Komponist und Publizist Matthias Hornschuh kommentiert: „Die Kultur-, Kreativ- und Medienbranche und insbesondere die schöpferisch Tätigen sind der Motor gesellschaftlichen Wandels, sie sind unverzichtbare Voraussetzung für europäische Innovationskraft und damit eine bedeutende Komponente der Volkswirtschaft. Europa sollte sich mangels Öl, seltener Erden und billiger Arbeitskräfte auf seine kreativen Köpfe besinnen.“
Save the Date: Auch die 14. Internationale Urheberrechtskonferenz der Initiative Urheberrecht wird sich dem dringenden Thema „Digitalwirtschaft und Urheberrecht“ widmen. Sie findet am 9. November in der Akademie der Künste in Berlin statt.