Letzte Woche wurde in Brüssel 𝗧𝗵𝗲 𝗕𝗶𝗹𝗹𝗶𝗼𝗻 𝗘𝘂𝗿𝗼 𝗤𝘂𝗲𝘀𝘁𝗶𝗼𝗻 gestellt: Wer partizipiert an der Wertschöpfung durch generative KI und was passiert mit der Arbeit der Kreativen in Europa?
Zum „Der frühe Vogel…“ hatten die Vertretung des Landes Hessen bei der EU, der Börsenverein des Deutschen Buchhandels und die IU eingeladen.
Heide Franck, Literaturübersetzerin, und Matthias Hornschuh, Komponist und Publizist, fanden Antworten und stellten klar, wo die legislativen Stellschrauben in „Brüssel“ nachjustiert werden müssen:
Die TDM-Schranke (DSM-RL 2019) ist nicht für das Training generativer KI anwendbar. Hierzu sollten das GEMA ./. Open AI-Urteil und das Dornis/Stober Gutachten berücksichtigt werden.
Eine Klarstellung ist dringend erforderlich seitens des europäischen Gesetzgebers!
Über die Nutzung von Werken muss es Klarheit geben. Transparenzpflichten müssen detailliert und klar formuliert sein und durchgesetzt werden!
Das Urheberrecht ist die gesetzliche Grundlage für schöpferisch Tätige, überhaupt ein Einkommen aus ihrer kreativen Arbeit erzielen zu können. KI-Unternehmen müssen die Nutzung vergüten!
Heide Franck zeigte zudem auf, dass Qualitätsverlust, Marktverfall und Entwertung der Übersetzungsarbeit mit dem Einsatz generativer KI einhergehen. Die kulturelle Vielfalt macht jedoch Europa aus, sie darf nicht geschröpft werden, wir müssen selbstbewusst zu unseren Werten stehen, bei allem Druck, der aus anderen Kontinenten kommen mag, so Matthias Hornschuh. Europa wird sich also fragen müssen: Was müssen wir ändern, um zu bleiben, wer wir sind? Denn, so Franck ergänzend mit einem weiteren Zitat: „𝗧𝗵𝗲 𝗳𝘂𝘁𝘂𝗿𝗲 𝗱𝗼𝗲𝘀𝗻’𝘁 𝗷𝘂𝘀𝘁 𝗵𝗮𝗽𝗽𝗲𝗻.“(Hannah Fry). Wir müssen sie in die Hand nehmen!
Auch aus der Politik gab es wertvolle Beiträge: Axel Voss teilte die aktuellen Entwicklungen im Rechtsausschuss zum wichtigen Initiativbericht „KI und Urheberrecht“, der viele gute Punkte zu Transparenz, Lizenzierung und Vergütung beinhaltet, mit. Und in Richtung Europäische Kommission und Renate Nikolay wurde die dringende Bitte formuliert, sich intensiv mit Transparenzmaßnahmen auseinanderzusetzen und vor der Review der DSM-Richtlinie zunächst die Herausforderungen zu lösen, die jetzt auch dank des Initiativberichts diskutiert werden.