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Diskurs

Freitag, 16.10.2026

Schiedsgericht in Frankreich

Google muss Verlagen 80 Millionen pro Jahr zahlen

Ein Schiedsgericht entschied, dass Google französischen Verlagen künftig 80 Millionen Euro pro Jahr für die Nutzung ihrer Inhalte zahlen muss, das Achtfache der bisherigen Abgeltung.

Das berichtet die Zeitung Der Standard aufgrund von Informationen der deutschen Verleger-Verwertungsgesellschaft Corint Media. Die Entscheidung des Schiedsgerichts ist noch nicht rechtskräftig, betont die Corint-Media-Geschäftsführerin der deutschen Verwertungsgesellschaft, Christina Jury-Fischer, in einem Beitrag über den Spruch zugunsten der französischen Verwertungsgesellschaft Sepm auf LinkedIn.

Die Corint-Managerin beruft sich auf einen Bericht des französischen Fachjournals La Correspondence de la Presse über die Entscheidung in erster Instanz in Frankreich.
Die Entscheidung sei für Deutschland besonders relevant, weil das französische und deutsche Presseleistungsschutzrecht auf der gleichen EU-Urheberrechtslinie beruhen und damit unionsweit harmonisiert sind, schreibt Jury-Fischer: „Zum ersten Mal steht somit die Entscheidung eines unabhängigen, neutralen Spruchkörpers aus einem EU-Land zur Verfügung, an der sich auch die Zahlungen von Google in Deutschland messen lassen müssen.“

Nach Hochrechnungen von Corint Media müsste Google nach diesem Modell in Deutschland mindestens 450 Millionen Euro pro Jahr für die Nutzung der Presseleistungsschutzrechte an die deutschen Presseverlage zahlen. Bisher zahlt Google allerdings basierend auf dem Presseleistungsschutzrecht schätzungsweise nur rund 15 bis 25 Millionen Euro für den gesamten deutschen Markt.

Pressekontakt: info@urheber.info