Freitag, 15.08.2014
Autoren-Protest gegen Methoden von Amazon
Mehr als 1100 deutschsprachige Autorinnen und Autoren haben bisher einen offenen Brief an Amazon unterzeichnet. Sie protestieren dagegen, von dem Onlineversand „in Beugehaft“ genommen zu werden.
„Das Versandhaus Amazon hat in der Auseinandersetzung um eine Erhöhung der Rabatt...
Mehr als 1100 deutschsprachige Autorinnen und Autoren haben bisher einen offenen Brief an Amazon unterzeichnet. Sie protestieren dagegen, von dem Onlineversand „in Beugehaft“ genommen zu werden.
„Das Versandhaus Amazon hat in der Auseinandersetzung um eine Erhöhung der Rabatte und der E-Book-Beteiligungen für Amazon mit der Bonnier-Verlagsgruppe (Aladin, arsEdition, Berlin Verlag, Carlsen, Hörbuch Hamburg, Piper, Thienemann-Esslinger, Ullstein) die in diesen Verlagen publizierenden Autoren massiv benachteiligt“, heißt es auf der Website des deutschen PEN-Zentrums.
E-Books, Hörbücher und Bücher der betroffenen Verlage würden mit zehn bis zu vierzehn Tagen Verzögerung ausgeliefert und aus den Empfehlungslisten gestrichen („Kunden hatten auch gekauft/angesehen“) und damit auf „unsichtbar“ geschaltet. Es sei zu erwarten, dass sich Amazon nach Bonnier – und Disney – die nächste Verlagsgruppe vornehmen wird, und sich der Preiskampf fortsetzt, erst auf kleine Verlage und letztlich auf die selbstpublizierenden Indie-Autoren und -Autorinnen.
„Wir fordern Amazon entschieden auf, nicht länger Bücher und damit auch Autoren und Autorinnen als Geiseln zu nehmen, sondern eine lebendige, ehrliche Buchkultur zu gewährleisten", heißt es in dem offenen Brief, den unter anderen F.C. Delius, Tanja Dückers,Josef Haslinger, Jakob Hein, Elfriede Jelinek, Eva Menasse, Sten Nadolny, Nele Neuhaus, Ingrid Noll, Uwe Timm, Ferdinand von Schirach, Alissa Walser, Günter Wallraff und Juli Zeh unterschrieben haben. Amazon habe kein Recht, Autoren, die am Konflikt mit Verlagen nicht beteiligt seien, in „Beugehaft“ zu nehmen.
Getragen wird der Protest von einem Aktionsbündnis „Autorinnen und Autoren für einen fairen Buchmarkt“, dem mehrere Schriftstellervereinigungen angehören, so das PEN-Zentrum Deutschland, der Verband deutscher Schriftsteller (VS) in ver.di und das SYNDIKAT. Auf der Homepage des Aktionsbündnisses kann der offene Brief an Amazon unterzeichnet werden.
Auch in den USA hatten mehr als 900 Autoren, unter ihnen Stephen King und John Grisham, mit einem offenen Brief gegen Amazon protestiert. Dabei geht es um den seit Monaten schwelenden Konflikt mit dem US-Verlag Hachette.
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