Autorenverbände: Regierungsentwurf muss modifiziert werden

Elf Verbände, die 7200 Autorinnen und Autoren repräsentieren, fordern zum Welttag des Buches und des Urheberrechts von Justizminister Heiko Maas ein klares Bekenntnis zu fairen Konditionen für Berufskünstlerinnen und -künstlern und eine Überarbeitung des Gesetzentwurfs zur Reform des Urhebervertragsrechts.
„Die Regierung hat uns mit diesem Gesetzentwurf wie schon ihre Vorgängerinnen unter dem massiven Druck von Kulturgroßkonzernen im Stich gelassen“, heißt es in der Erklärung. „Die in der Koalitionsvereinbarung und im Referentenentwurf versprochene Stärkung unserer Rechte hat sich mit dem Regierungsentwurf in eine Bankrotterklärung verwandelt.“
Insbesondere kritisieren die Verbände der Autorinnen und Autoren, „dass der Anspruch auf angemessene Vergütung für jede Nutzung eines Werkes als Grundlage für die Berechnung der Vergütung gestrichen wurde, dass die Möglichkeit des Rechterückrufs entscheidend verwässert wird“ und „dass der Auskunftsanspruch entscheidend entschärft wird.“ So fordern die unterzeichnenden Autorenverbände zur Stärkung der Rechte aller Autoren und Autorinnen daher: „Rechterückfall erleichtern, Auskunftsanspruch garantieren, Vergütung nach Nutzung gewährleisten.“
Wenn Autorinnen und Autoren in Deutschland in der Lage sein sollen, auf stabiler vertraglicher Basis kreative Werke zu schöpfen, müsse der Regierungsentwurf zugunsten der Urheber und Urheberinnen modifiziert werden.
Unterzeichnet haben die Erklärung elf Verbände: 42er autoren, Autorinnenvereinigung, BVjA – Bundesverband, Junger Autoren Autorinnen, DELIA – Deutsche Liebesroman AutorInnen, Mörderische Schwestern, Hamburger Autorenvereinigung, PAN – Phantastik-Autoren-Netzwerk, PEN-Zentrum Deutschland, Das Syndikat – Verband deutschsprachiger KriminalschriftstellerInnen , TSWTC – Three Seas Writers and Translators Council und VS – Verband Deutscher Schriftstellerinnen und Schriftsteller.
Denn en gros sind Autoren und Autorinnen bei Verhandlungen von Rechteübertragungen und Honoraren machtlos. Jeder zehnte Autor befindet sich in einer akuten Konfliktsituation mit seinem Verlag, mindestens jeder dritte fühlt sich schlecht behandelt und vertraglich benachteiligt. Bislang können nur sieben Prozent aller Schreibenden von dieser Arbeit leben. Zurzeit erhält ein Buchautor, eine Buchautorin in Deutschland im Schnitt einen Durchschnitts-Stundenlohn von 1,44 Euro durch Vorschuss und den Verkauf an einem Buch.

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