VdÜ-Appell für starkes Urhebervertragsrecht

Die Mitglieder des VdÜ, des Verbandes der Literaturübersetzerinnen/-übersetzer, „sind befremdet und bestürzt angesichts der Tatsache, dass die Interessen der Urheberinnen und Urheber bei der Umsetzung der EU-Urheberrechts-Richtlinie (DSM) in deutsches Recht offenbar nachrangig behandelt oder sogar übergangen werden sollen.“
So heißt es in einem Appell der ordentlichen Mitgliederversammlung des VdÜ am 8. Februar 2020 in Hamburg. Bei der Umsetzung der EU-Richtlinie sei Gelegenheit die Durchsetzung einer angemessener Vergütung endlich zu ermöglichen. Dazu seien „vor allem zwei Instrumente vonnöten:

  • ein wirksames Streitbeilegungsverfahren im Fall von ergebnislosen Vergütungsverhandlungen,
  • die Stärkung von kollektiven Vertretungsmöglichkeiten durch eine erweiterte Vertretungsvollmacht von Urheberverbänden dann, wenn Verwerter z. B. durch Standardverträge eine angemessene Vergütung regelmäßig unterlaufen.“

Außerdem müsse das Text- und Data-Mining vergütungspflichtig bleiben und sichergestellt werden, dass Journalistinnen und Journalisten an eventuellen zukünftigen Einnahmen durch das geplante Leistungsschutzrecht für Presseverleger beteiligt werden.