Musik-Streaming: Urheber wollen mehr Geld und höheren Anteil

Die deutschen Berufsverbände der Komponisten, Textdichter und Musikverleger haben die „völlig unangemessenen Mini-Lizenzen“ von Streamingdiensten kritisiert und einen höheren Anteil an den boomenden Einnahmen der Internet-Musikdienste gefordert.
Der Deutsche Komponisten-Verband (DKV), der Deutsche Textdichter-Verband (DTV) und der Deutsche Musikverleger-Verband DMV forderten am 29. Juli 2015 in einem gemeinsamen Appell die Anbieter von Streamingdiensten mehr Geld zu zahlen. Die 15 größten Steamingdienste wie z.B. Apple, Spotify, Deezer, Napster oder Wimp hätten in Deutschland allein im ersten Halbjahr 2015 nach Angaben der Musikindustrie einen Umsatz von über 100 Millionen Euro gemacht. Die Kreativen würden an den Einnahmen aber nicht angemessen beteiligt, erklärten die drei Berufsverbände.
Gleichzeitig übten DKV, DTV und DMV aber auch Kritik an der Tonträgerindustrie, die den größten Teil der Streaming-Einnahmen erhielten, dabei aber nur kleine Teile an die Interpreten weiterleiten. „Die Lizenzeinnahmen durch Streaming haben bei den Autoren und Musikverlegern Almosen-Niedrigststände erreicht. Das massenhafte Streaming ist eigentlich nur für die Konzerne profitabel. Die Kreativen werden mit Mikro-Zahlungen abgespeist“, erklärte Ralf Weigand, Vize-Präsident des Komponisten-Verbandes. „Es ist höchste Zeit, dass die kreativen Schöpfer auf dem Musikmarkt sich solidarisieren und gemeinsam verhindern, dass ihre Werke im Internet verschleudert werden, während die Tonträgerfirmen hohe Einnahmen erzielen, die wohl nur zu einem kleinen Teil an die Künstler weitergegeben werden.“
Darum schließen sich die deutschen Musikberufsverbände den Forderungen des weltweiten Internationalen Rates der Musikautoren in Verwertungsgesellschaften (CIAM) an, dass nach einem Abzug von 20 Prozent der Streaming-Einnahmen für die Musikdienste die verbleibenden 80 Prozent fair je zur Hälfte, also mit 40 Prozent an Label und Künstler einerseits und mit 40 Prozent an Autoren und Verleger andererseits verteilt werden sollen, und unterstützen die Kampagne „Fair Trade Music“.
Der internationale Dachverband der Musikunternehmen IFPI sieht die Tonträgerunternehmen allerdings nicht in der Pflicht. Schuld an der nicht angemessene Vergütung in der Kreativbranche seien die Betreiber von Internet-Plattformen, schrieb IFPI-Chefin Frances Moore am Tag der Veröffentlichung des Appells der deutschen Musikverleger, Komponisten und Textdichter.

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