Aktion von ver.di und DJV sorgt gehörig für Unruhe

Die Aktion von ver.di und DJV hat aufhorchen lassen und für Unruhe gesorgt. Von Journalistinnen oder Künstlern persönlich angeschrieben zu werden in einer Sache, von der nicht jede/r Bundestagsabgeordnete/r etwas versteht, weckt anscheinend den sportlichen Ehrgeiz, trotzdem Präsenz zu zeigen. Auf etliche Anschreiben blieb die Antwort aus, manche wurden von uns auf Wunsch anonymisiert. Alles in allem lohnt es sich, einen Blick darauf zu werfen:
Zunächst in den hohen Norden der Republik. Die dju Hamburg hat alle Hamburger Abgeordneten angeschrieben und zunächst zwei Antworten erhalten, der Pressefotograf Günter Zint weist in einem Offenen Brief an alle Bundestagsabgeordneten darauf hin, dass das Urheberrecht die Urheber schützen soll, nicht die Gerätehersteller. Die Vorsitzende der Fachgruppe Bildende Kunst, Almut E. Broer, erhielt auf ihr Anschreiben jede Menge Antworten, auch wenn nicht immer klar war, ob Männlein oder Weiblein. Olaf Scholz und Hans-Ulrich Klose ließen von sich hören. Eine Antwort von "Bündnis 90/Die Grünen" (nicht von Herrn Ströbele persönlich), die in gleichem Wortlaut an Dirk von Kügelgen zur Stellungnahme der Fachgruppe Bildende Kunst ging. Dann schreibt die FDP an Journalisten, gefolgt von einer Mail an zwei Abgeordnete, die, ebenso wie dieses Schreiben und dieses persönliche Anschreiben bislang ohne Antwort geblieben sind. Auf diesen Protestbrief kam von Nina Hauer (MdB-SPD) eine Antwort mit dem Tenor: Die bisherige Vergütungspraxis sei eine unzumutbare Beeinträchtigung der Gerätehersteller, die potenziellen Käufer würden ins Ausland abwandern, um der Geräteabgabe zu entgehen und schließlich gebe es immer mehr vergütungspflichtige Neugeräte, sodass den Urhebern auch "weiterhin ein hohes Vergütungsaufkommen" zukommen würde. Ausführliche Informationen für einen Abgeordneten und die Mail eines Professors an zwei Volksvertreter. Weiter gen Süden: Ein Anschreiben hier, eine Antwort da. Der Bayerische Journalisten-Verband hat protestiert, das Referat für Urheber- und Verlagsrecht beim BMJ reagiert auf viele Mails mit Standardantworten. Ganz im Gegensatz dazu ein CSU-Vertreter.

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PDF icon Pressemitteilung, dju Hamburg (29.06.06)124.69 KB
PDF icon CDU MdB Antwortschreiben Hamburg (28.06.06)752.71 KB
PDF icon Panfoto, Offener Brief von Gunter Zint (Juni 2006)87.41 KB
PDF icon Anschreiben Almut E. Broer, Vors. Fachgruppe Bildende Kunst (Juni 2006)57.51 KB
PDF icon Antwort an Frau Broer von Antje Blumenthal, Dt. Bundestag (28.06.06)89.86 KB
PDF icon Antwort an Frau Broer von Jürgen Klimke (Juni 2006)59.09 KB
PDF icon Antwort an Frau Broer von Johannes Kahrs (Juni 2006)30.86 KB
PDF icon Antwort an Frau Broer von Olaf Scholz, Dt. Bundestag (03.07.06)67.28 KB
PDF icon Antwort an Frau Broer von Hans-Ulrich Klose (Juni 2006)31.49 KB
PDF icon Antwort an Frau Broer vom Info-Service, Bündnis 90/Die Grünen (Juni 2006)63.69 KB
PDF icon Anschreiben an Hans-Christian Ströbele (MdB Bündnis90/Die Grünen)58.04 KB
PDF icon Antwort der FDP, Sibylle Laurischk (MdB)60.93 KB
PDF icon Schreiben an Abgeordnete Wolfgang Wieland und Jörg-Otto Spiller (Juni 2006)56.93 KB
PDF icon Schreiben an Abgeordneten, Wahlkreis 078 Berlin-Reinickendorf (Juni 2006)63.68 KB
PDF icon Persönliches Anschreiben an Nina Hauer, Dt. Bundestag (Juni 2006)61.66 KB
PDF icon Protestbrief an Nina Hauer, Dt. Bundestag (30.05.06)11.6 KB
PDF icon Schreiben an Abgeordneten Annen (Juni 2006)62.79 KB
PDF icon Schreiben von Prof. Nobel an die Abgeordneten Flachsbarth (CDU) und Miersch (SPD)57.28 KB
PDF icon Schreiben von Marcus Hammerschmitt (Juni 2006)61.26 KB
PDF icon Antwortschreiben von Markus Grübel (CDU)58.52 KB
PDF icon Protestschreiben des BJV (04.05.06)77.06 KB
PDF icon Standardantwort vom Referat f. Urheber- und Verlagsrecht61.39 KB
PDF icon Zus.fass. Antwortschreiben von Hans-Peter Uhl (MdB CSU)56.32 KB

Gesetzgebung: