Onleihe: "Verlage und Autoren müssen fair entlohnt werden"

Eine neue Studie des zeigt, dass die Onleihe die Kaufbereitschaft buchaffiner und kaufkraftstarker Zielgruppen am Buchmarkt schmälert. Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels und der Verband deutscher Schriftstellerinnen und Schriftsteller in ver.di (VS) fordern deshalb gemeinsam: „Verlage und Autoren müssen fair entlohnt werden.“
2,6 Millionen Menschen leihen in Deutschland auf diese Weise Bücher und andere Medien aus, 1,9 Millionen nur E-Books, wie eine am 26. November 2019 in Berlin vom Börsenverein gemeinsam mit der GfK vorgelegte Studie „Wer leiht was in Bibliotheken und insbesondere online? Ein 360°-Blick auf die Onleihe“ ergab. Zwei Drittel der Nutzer sind danach jünger als 50 Jahre. „Sie sind damit im Vergleich zur Gesamtbevölkerung überdurchschnittlich jung. Außerdem sind sie überdurchschnittlich gut situiert und gebildet“, hieß es in einer Mitteilung des Börsenvereins.
Onleihe-Nutzer gehören laut den Kernergebnissen der Studie zwar zu aktiven Käufern am Buchmarkt. Gleichzeitig kauft die Hälfte weniger oder gar keine Bücher mehr, seitdem sie online Leihangebote nutzen. „Die Studienergebnisse zeigen deutlich, dass die Onleihe-Nutzung unmittelbaren Einfluss auf den Buchmarkt hat“, sagte Nadja Kneissler, Vorsitzende des Verleger-Ausschusses des Börsenvereins. Für ein weiterhin breitgefächertes Angebot an Büchern und E-Books seien „gerechte Lizenzregelungen“ notwendig. Der Börsenverein ist deswegen gegen die von Bibliotheken geforderten Ausnahmen vom Urheberrecht für Online-Ausleihen. Stattdessen sollten Bibliotheken besser ausgestattet werden.
„Eine der wichtigsten Aufgaben von öffentlichen Bibliotheken sehe ich in der Leseförderung für Kinder und Jugendliche“ ergänzte die VS-Bundesvorsitzende Lena Falkenhagen. Um dieser Aufgabe auch mithilfe digitaler Bücher nachkommen zu können, brauche es vor allem eine auf digitale Leseförderung abgestimmte Strategie. „Solange es um eine bloße Erweiterung des digitalen Bibliotheksangebots geht, ist nicht einzusehen, dass die Rechte von Autorinnen und Autoren beschnitten werden, insbesondere, wenn davon mehrheitlich finanzstarke, gebildete Mid-Ager profitieren“, sagte Falkenhagen.

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