EU-Richtlinie: Kreative fordern ihre Rechte beim EU-Parlament ein

Die Initiative „Make the Internet fair for Creators“ hat sich mit einem Appell vor der bevorstehenden Abstimmung über die Richtlinie zum Urheberrecht im digitalen Binnenmarkt an das Europäische Parlament gewandt, „der Werteverlagerung weg von den Kreativen und hin zu einigen Online-Plattformen ein Ende zu setzen.“
Online-Plattformen mit von Nutzern hochgeladenen Inhalten sind „heute der wichtigste Zugangsweg zu unseren Werken“, schreibt die Initiative im Namen von mehr als 29000 Kreativschaffenden aus allen künstlerischen Bereichen aus ganz Europa, die die Petition von „Make the Internet fair for Creators“ unterschrieben haben. Die Online-Petition war von über 1100 Kulturschaffenden 2016 mit einem Offenen Brief erneut an Jean-Claude Juncker, Präsident der Europäischen Kommission gestartet worden (siehe News vom 11. Juli 2016). Webseite und Petition werden von der GESAC (European Grouping of Societies of Authors and Composers) koordiniert.
Konkret werden die EU-Abgeordneten aufgefordert, in Artikel 13 der Richtlinie klarzustellen, dass „User uploaded content“-Plattformen wie YouTube „an der Vervielfältigung und Zugänglichmachung unserer Werke im urheberrechtlichen Sinne beteiligt sind“ und dafür zu sorgen, dass die Regelungen zum Haftungsausschluss („Safe Harbour“) keine Anwendung auf Online-Plattformen mit von Nutzern hochgeladenen Inhalten finden, da diese Regelungen für rein technische Vermittler gedacht seien.
Auch die europäischen Filmurheber-Verbände verstärken ihre Kampagne „Support Europe's Screenwriters and Directors“, die mittlerweile 17000 Kreative unterschrieben haben. Anlässlich der Filmfestspiele in Cannes hatten sie gemeinsam mit den europäischen Dachverbänden ihrer Verwertungsgesellschaften, SAA und CISAC, ihre Forderung für die Verankerung eines unverzichtbaren, unabtretbaren Vergütungsanspruchs für Filmurheber für jede Online-Nutzung ihrer Werke in der EU-Urheberrechtsrichtlinie unterstrichen (siehe News vom 16. Mai 2018). Zwar wurde dieser Vergütungsanspruch im vergangenen Jahr in den Empfehlungen des Kultur- und des Industrieausschusses unterstützt, doch droht das Thema in den aktuellen Diskussionen im Rechtsausschuss aufgrund der zahlreichen anderen Dissenspunkte hintenüber zu fallen. Im Verhandlungsmandat des Europäischen Rates ist es bereits völlig unberücksichtigt geblieben (siehe News vom 26. Mai 2018).

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