PEN: Plädoyers für ein starkes Urheberrecht

Auf der Jahrestagung des PEN-Zentrums Deutschland in Magdeburg (7. bis 10. Mai) wurde ein Grundsatzpapier verabschiedet, in dem sich die Schriftstellerinnen und Schriftsteller für „ein starkes Urheberrecht“ aussprechen.
In den „Drei Plädoyers für ein starkes Urheberrecht“ verlangt der deutsche PEN den Schutz und Durchsetzung des europäischen Urheberrechts gegenüber dem amerikanischen Copyright. „Maßstab für etwaige Weiterentwicklungen des Urheberrechts sollten nicht Politik, Unternehmen oder Nutzerinteressen sein, sondern die Interessen der Produktiven“, heißt es in dem Papier. Das gelte auch für die Forderung der Bibliotheken, „die eine neue Urheberrechtsschranke zum E-Lending jenseit der wissenschaftlichen Literatur erzwingen wollen und damit die wirtschaftliche Last der Bibliotheksausstattung an Autoren und Autorinnen weiter reichen. Hier wie dort müssen – und können – andere Lösungen, etwa durch Lizenzen und Vergütungsverhandlungen gefunden werden.“
Konkret gefordert wird vom deutschen Gesetzgeber unter anderem:

  • „die Durchsetzung der Rechte der Urheber und ihrer Partner gegenüber Internet-Piraterie durch eine entsprechende Anpassung des Telemediengesetzes“,
  • „die Durchsetzung der seit 2008 geltenden Pflicht zur Geräteabgabe für elektronische Privatkopien bei Handy- und Tabletherstellern“,
  • „die europaweite Sicherung einer angemessenen Vergütung der Urheber und ausübenden Künstler insbesondere bei der digitalen Nutzung ihrer Werke“ sowie
  • „eine kapitelübergreifende Generalklausel im TTIP zum ausdrücklichen Schutz von Kultur und Medien.“