IT-Gipfel: Kulturelles Ökosystem braucht fairen Wettbewerb

Während des Digital-Gipfels der Bundesregierung diskutierten Vertreter der Politik und Inhaltebranche im Rahmen der Veranstaltung „Content aus der Kurpfalz – Kreatives Schaffen im digitalen Zeitalter“ die Transformation der Medienlandschaft und Kreativwirtschaft durch die Digitalisierung.
Den Auftakt bildete die Rede von Dr. Günter Winands, Amtschef bei der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien. Dabei unterstrich er: „Es ist wichtig, mit der Plattform „Kultur und Medien“ die Perspektive und Bedeutung der Inhalte auf dem Digital-Gipfel hervorzuheben. Denn was nutzen die schönsten Infrastrukturen, die schnellsten Netze und besten Plattformen ohne Content?“
Ein richtungsweisender Schritt der Bundesregierung lag in der letzten Legislaturperiode deshalb darin, sich stärker über alle politischen Ebenen zu vernetzen. Dr. Winands hob in diesem Zusammenhang hervor: „Mit der erfolgreichen Bund-Länder-Kommission Medienkonvergenz haben wir einen sichtbaren Meilenstein für die Weiterentwicklung der Medienordnung erreicht. Die Ergebnisse gilt es konsequent umzusetzen und auch zukünftige Maßnahmen von Bund und Ländern besser zu verzahnen, damit wir auch in Europa mit einer starken deutschen Stimme im Sinne fairer Wettbewerbsbedingungen für alle Medienanbieter und einer angemessenen Vergütung für qualitativ hochwertige Inhalte sprechen können.“ Und Martin Hoffmann, Intendant der Stiftung Berliner Philharmoniker, bestätigte dies am Beispiel der Digital Concert Hall: „Für uns war von Anfang an klar: Wenn wir etwas verbreiten, dann ist es auch was wert.“

Urheberrecht und Plattformen als zentrale Forderung an die Politik

Nico Hofmann, Co-CEO UFA GmbH, sieht positive Impulse durch die Digitalisierung, da Amazon und Co. durchaus für einen Schub bei der Beauftragung von Produktionen sorgen. Gleichzeitig forderte er die Politik im Einklang mit anderen Teilnehmern der Diskussionsrunde auf, den Urheberrechtsschutz im europäischen Kontext zu stärken. „Wenn wir auf unsere Urheber nicht aufpassen, wird es keine Inhalte mehr geben“, so der Appell von Jasmin Tabatabai, Schauspielerin und Musikerin. Heike Raab, Staatssekretärin des Landes Rheinland-Pfalz und Bevollmächtigte beim Bund und in Europa, für Medien und Digitales bekräftige dies: „Wir brauchen Kultur und Kreative, denn Digitalisierung ist mehr als Technik. Und wir brauchen den Austausch mit Ihnen.“
Ein weiteres Anliegen des Panels war der Umgang mit Plattformen. Brüssel sei gefordert, den Wettbewerb aufrecht zu halten und ein Level Playing Field zu schaffen. Nico Hofmann mahnte deshalb: „Wir benötigen bei Plattformen eine europäische Lösung, sonst bestimmen US-amerikanische Konzerne unser kulturelles Erbe.“

Kreativität und Technik zusammen denken

Jürgen Doetz, Bevollmächtigter des VPRT für die Deutsche Content Allianz (DCA) / Koordinator der DCA, betonte: „Die Digitalisierung befindet sich in einem gesellschaftlichen Diskurs. Kultur und kreativem Schaffen kommen hier eine zentrale Rolle zu. Alles, was die Kultur- und Medienlandschaft schwächt, schadet der Demokratie.“ Er sah aber auch Anlass für etwas Selbstkritik: „Wir haben uns vielleicht zu lange zurückgelehnt und uns zu sehr an ‚Content is King’ geklammert.“ Auch Udo Röbel, Journalist und Autor, sah es als notwendig an, der Digitalisierung mit Mut und Weitsicht zu begegnen.
Mitglieder der Plattform „Kultur und Medien“ des Digital-Gipfels der Bundesregierung sind die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien, die Deutsche Content Allianz (DCA), der Bundesverband Interaktive Unterhaltungssoftware (BIU), der Deutsche Kulturrat und die Initiative Urheberrecht.

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